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Nebenkosten sparen 2026: Abrechnung prüfen und senken
So senkst du deine Nebenkosten in Deutschland: Abrechnung richtig prüfen, gesetzliche Fristen nutzen und mit weniger Heiz-, Warmwasser- und Stromverbrauch jedes Jahr Geld behalten, das sonst dem Vermieter oder dem Versorger zufließt.

Das Wichtigste in Kürze
Die größte Sparquelle bei den Nebenkosten ist die Abrechnung selbst: Kommt sie später als zwölf Monate nach dem Abrechnungszeitraum, darf der Vermieter in der Regel keine Nachzahlung mehr verlangen (§ 556 Abs. 3 BGB). Beim Verbrauch bringen Heizen, Warmwasser und Strom das meiste, und ein jährlicher Tarifvergleich für Strom und Gas senkt die laufenden Kosten zusätzlich. Heizung und Warmwasser machen rund die Hälfte der Nebenkosten aus, hier lohnt sich jede Maßnahme am stärksten.
meinetarife24 Redaktion
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Nebenkosten sind die laufenden Betriebskosten deiner Wohnung, die zusätzlich zur Kaltmiete anfallen: Heizung, Warmwasser, Wasser, Müll, Hausmeister, Grundsteuer und mehr. In einem durchschnittlichen Haushalt kommen so leicht ein paar Tausend Euro im Jahr zusammen, oft "zweite Miete" genannt. Die guten Nachrichten: Einen Teil davon kannst du dir zurückholen, ohne auf Komfort zu verzichten. Es gibt zwei Hebel: deine Rechte als Mieter (eine korrekt geprüfte Abrechnung) und dein Verbrauch (Heizen, Warmwasser, Strom). Wir gehen beide der Reihe nach durch.
Kaltmiete, Warmmiete, Nebenkosten: kurz erklärt
Wenn du neu in Deutschland bist, sorgen die Begriffe oft für Verwirrung. Hier die wichtigsten in einfacher Sprache:
- Kaltmiete: die reine Miete für die Wohnung, ohne Nebenkosten.
- Nebenkosten (Betriebskosten): alle laufenden Kosten rund um die Wohnung, etwa Heizung, Wasser und Müll. Du zahlst sie monatlich als Vorauszahlung.
- Warmmiete: Kaltmiete plus Nebenkosten-Vorauszahlung. Das ist der Betrag, der tatsächlich von deinem Konto abgeht.
- Nachzahlung oder Guthaben: Einmal im Jahr rechnet der Vermieter ab. Hast du zu wenig vorausgezahlt, kommt eine Nachzahlung. Hast du zu viel gezahlt, bekommst du Geld zurück.
Genau diese jährliche Abrechnung ist der Punkt, an dem die meisten Mieter Geld liegen lassen, weil sie sie nicht prüfen. Fangen wir deshalb dort an.
Nebenkostenabrechnung prüfen: die wichtigste Sparquelle
Die Nebenkostenabrechnung muss dir spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums vorliegen. Diese Frist steht in § 556 Abs. 3 BGB. Kommt die Abrechnung zu spät, darf der Vermieter normalerweise keine Nachzahlung mehr fordern. Die einzige Ausnahme: Er kann die Verspätung nicht selbst verschulden, etwa wenn ihm Verbrauchsdaten von einem Versorger fehlen. Ein Guthaben muss er dir trotzdem auszahlen.
Nach Erhalt hast du selbst zwölf Monate Zeit, um Einwände zu erheben. Nutze diese Zeit und gleiche die Abrechnung Posten für Posten ab. Viele Abrechnungen enthalten Fehler, von falschen Verteilerschlüsseln bis zu Kosten, die gar nicht auf Mieter umgelegt werden dürfen. Die Verbraucherzentrale bietet dafür eine kostenpflichtige Prüfung an, viele Mietervereine prüfen für Mitglieder kostenlos.
Diese Kosten darf der Vermieter nicht umlegen
Welche Kostenarten überhaupt auf dich umgelegt werden dürfen, regelt die Betriebskostenverordnung (§ 1 BetrKV). Nicht umlagefähig sind unter anderem:
- Verwaltungskosten wie Hausverwaltung, Buchführung und Kontoführung.
- Instandhaltung und Reparaturen trägt der Vermieter allein.
- Leerstandskosten für nicht vermietete Wohnungen im Haus.
- Versicherungen ohne Bezug zur Immobilie, zum Beispiel die Rechtsschutzversicherung des Vermieters.
Profi-Tipp: Notiere dir das Datum, an dem die Abrechnung ankommt, und hebe den Umschlag oder die E-Mail auf. So kannst du im Streitfall nachweisen, ob die Zwölf-Monats-Frist eingehalten wurde.
Liegen deine Nebenkosten im Schnitt?
Um einzuschätzen, ob deine Abrechnung realistisch ist, hilft ein Blick auf den Durchschnitt. Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes zeigt, was Haushalte im Mittel pro Quadratmeter zahlen.
| Kennzahl | Richtwert |
|---|---|
| Betriebskosten gesamt (Durchschnitt) | rund 2,67 Euro pro m² und Monat |
| Beispiel 70-m²-Wohnung | etwa 2.240 Euro im Jahr |
| Größter Anteil | Heizung und Warmwasser, rund die Hälfte |
Richtwerte laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes. Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäude, Region und Verbrauch ab. Liegt deine Abrechnung deutlich darüber, lohnt sich eine genaue Prüfung.
Heizen: der größte Posten der Nebenkosten
Heizung und Warmwasser machen zusammen rund die Hälfte der Nebenkosten aus, in vielen Haushalten zwischen 40 und 60 Prozent. Wer hier ansetzt, hat den größten Hebel bei kleinem Aufwand.

Der einfachste Schritt kostet nichts: die Raumtemperatur etwas senken. Jedes Grad weniger spart ungefähr 6 Prozent Heizenergie. Von 22 auf 20 Grad sind das schon rund 12 Prozent. Schlafzimmer brauchen oft nur 16 bis 18 Grad, Wohnräume 20 bis 21 Grad. Beim Lüften gilt: lieber drei- bis viermal am Tag für etwa zehn Minuten die Fenster ganz öffnen als sie dauerhaft auf Kipp zu lassen. So tauscht sich die Luft aus, ohne dass Wände und Möbel auskühlen.
Thermostate und Heizkörper entlüften
Programmierbare Thermostate regeln die Temperatur automatisch nach Tageszeit und kosten je nach Modell zwischen 30 und 80 Euro pro Heizkörper. Einmal pro Heizsaison solltest du außerdem die Heizkörper entlüften: Eingeschlossene Luft bremst die Wärme, ein kurzes Entlüften bringt sie zurück. Zugige Fenster und Türen lassen sich mit Dichtungsband für wenige Euro abdichten. Tiefer ins Thema Heizen gehen wir im Ratgeber Gas sparen und Heizkosten senken.

Profi-Tipp: Dreh die Heizung im Urlaub nicht komplett ab. Eine Frostschutzstufe von 12 bis 14 Grad verhindert Schäden und ist günstiger, als eine ausgekühlte Wohnung wieder aufzuheizen.
Warmwasser senken
Warmwasser ist nach der Heizung der zweitgrößte Posten. Eine Dusche verbraucht etwa halb so viel Wasser wie ein Vollbad. Wer vom täglichen Baden auf eine kurze Dusche umsteigt, kann den Warmwasserverbrauch spürbar senken, und das wirkt direkt auf die Abrechnung, weil Warmwasser meist nach Verbrauch abgerechnet wird.
- Sparduschkopf: senkt den Wasserfluss von 12 bis 15 auf 6 bis 8 Liter pro Minute und kostet 15 bis 60 Euro.
- Wasser beim Einseifen abstellen spart mehrere Liter pro Duschgang.
- Geschirrspüler statt Handwäsche: moderne Geräte brauchen nur 6 bis 9 Liter pro Spülgang.
- Waschmaschine voll beladen betreiben, halbvolle Maschinen verbrauchen fast genauso viel.
Profi-Tipp: Stell die Warmwassertemperatur nicht unter 60 Grad. Darunter können sich Legionellen im Leitungssystem vermehren. Das Gesundheitsrisiko wiegt schwerer als die kleine Ersparnis.
Strom senken und Anbieter wechseln
Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht rund 2.500 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr. Geräte im Standby ziehen dabei etwa 10 Prozent des Stroms, oft 50 bis 80 Euro jährlich für Technik, die scheinbar aus ist. Schaltbare Steckdosenleisten trennen sie komplett vom Netz.
- Standby trennen: Fernseher, Router und Konsole über eine schaltbare Steckdosenleiste abschalten.
- LED statt Glühbirne: bis zu 80 Prozent weniger Stromverbrauch beim Licht.
- Waschen bei 30 oder 40 Grad reicht für normale Wäsche.
- Energielabel beachten: beim Neukauf Geräte der besten Klassen wählen.
- Tarif vergleichen und bei einem günstigeren Angebot wechseln.
Der Wechsel des Stromanbieters ist laut Bundesnetzagentur kostenlos und ohne Versorgungsunterbrechung möglich. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Versorger, und falls etwas schiefgeht, springt automatisch die Grundversorgung ein. Eine echte Versorgungslücke gibt es in Deutschland nicht.
Stromtarife direkt vergleichen
Am schnellsten siehst du dein Sparpotenzial, wenn du deine Postleitzahl und deinen Jahresverbrauch eingibst. Der Rechner zeigt dann, welche Tarife günstiger sind als dein aktueller Vertrag. Die Daten kommen direkt von CHECK24, die Auswahl triffst du selbst.
Werbehinweis: Der Tarifrechner wird von unserem Partner CHECK24 bereitgestellt. Schließt du über den Rechner einen Vertrag ab, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten, und die angezeigten Ergebnisse beeinflusst das nicht.
Datenquelle & Transparenz
Die Tarifdaten auf dieser Seite werden von CHECK24 und Tarifcheck bereitgestellt. Wir greifen nicht in die Preise, Rankings oder Darstellung der Ergebnisse ein.
Unsere Rolle:
Wir bieten redaktionelle Erklärungen und Entscheidungshilfen. Die eigentliche Tarifberechnung und Vermittlung erfolgt durch unsere Partner.
Was wir nicht abdecken:
Nicht alle Anbieter am Markt sind in diesem Vergleich enthalten. Regionale Anbieter oder spezialisierte Tarife können fehlen.
CO2-Kosten zwischen Mieter und Vermieter
Seit dem 1. Januar 2023 werden die CO2-Kosten für fossiles Heizen nicht mehr allein vom Mieter getragen. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) verteilt sie gestaffelt: Je schlechter ein Gebäude gedämmt ist, desto höher der Anteil des Vermieters. Bei den am schlechtesten gedämmten Häusern (ab 52 kg CO2 pro Quadratmeter und Jahr) trägt der Vermieter 95 Prozent, der Mieter nur 5 Prozent. Stimmt die Aufteilung in deiner Abrechnung nicht, darfst du den Betrag kürzen.
Strom- und Gastarif regelmäßig vergleichen
Strom- und Gaspreise ändern sich mehrmals im Jahr. Wer seinen Tarif nie prüft, zahlt oft mehr als nötig. Auf drei Zahlen kommt es beim Vergleich an:
- Grundpreis: die monatliche Fixgebühr, meist 5 bis 15 Euro.
- Arbeitspreis: der Preis pro Kilowattstunde, bei hohem Verbrauch der größte Faktor.
- Laufzeit und Kündigungsfrist: auf automatische Verlängerung achten.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mindestens einmal im Jahr zu vergleichen, am besten rund drei Monate vor Vertragsende. Den Gasvergleich und den Stromvergleich findest du jederzeit kostenlos auf meinetarife24.de. Laut Verbraucherzentrale lassen sich beim Wechsel aus der Grundversorgung je nach Verbrauch mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Abrechnung zuerst prüfen: Kommt die Nebenkostenabrechnung später als zwölf Monate, entfällt der Nachzahlungsanspruch in der Regel (§ 556 Abs. 3 BGB).
- Nicht umlagefähige Kosten kennen: Verwaltung, Instandhaltung und Leerstand darf der Vermieter nicht auf dich umlegen.
- Heizen ist der größte Hebel: Heizung und Warmwasser machen rund die Hälfte der Nebenkosten aus. Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent.
- Standby und Strom senken: Schaltbare Steckdosenleisten und LED-Licht senken den Stromverbrauch spürbar.
- Tarife jährlich vergleichen: Der Wechsel bei Strom oder Gas ist kostenlos und kann je nach Verbrauch mehrere hundert Euro sparen.
Tarife vergleichen und Nebenkosten dauerhaft senken
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Häufige Fragen
Wie prüfe ich meine Nebenkostenabrechnung?
Gleiche jeden Posten mit deinem Mietvertrag ab und prüfe, ob nur umlagefähige Kosten enthalten sind. Achte auf den Verteilerschlüssel und die Vorauszahlungen. Im Zweifel hilft ein Mieterverein oder die Verbraucherzentrale weiter. Du hast nach Erhalt zwölf Monate Zeit für Einwände.
Was passiert, wenn die Nebenkostenabrechnung zu spät kommt?
Kommt die Abrechnung später als zwölf Monate nach dem Abrechnungszeitraum, darf der Vermieter laut § 556 Abs. 3 BGB in der Regel keine Nachzahlung mehr verlangen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn er die Verspätung nicht zu vertreten hat. Ein Guthaben muss er dir trotzdem auszahlen.
Welche Kosten darf der Vermieter nicht umlegen?
Verwaltungskosten, Instandhaltung und Reparaturen sowie Leerstandskosten sind nach § 1 der Betriebskostenverordnung nicht umlagefähig. Nur die dort definierten Kostenarten dürfen in der Abrechnung erscheinen.
Wie viel sind Nebenkosten im Durchschnitt?
Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes liegen die Betriebskosten im Mittel bei rund 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat. Für eine 70-m²-Wohnung sind das etwa 2.240 Euro im Jahr. Heizung und Warmwasser machen davon rund die Hälfte aus.
Wie funktioniert das CO2-Stufenmodell?
Seit dem 1. Januar 2023 werden die CO2-Kosten gestaffelt zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je schlechter die Energieeffizienz des Gebäudes, desto höher der Vermieteranteil, bei den am schlechtesten gedämmten Häusern bis zu 95 Prozent.
Lohnt sich ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters?
Der Wechsel ist kostenlos und ohne Versorgungsunterbrechung möglich. Laut Verbraucherzentrale lassen sich beim Wechsel aus der Grundversorgung je nach Verbrauch mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Vergleiche am besten einmal jährlich.
Quellen & Methodik
Alle rechtlichen Angaben in diesem Ratgeber haben wir an den Originalquellen geprüft. Die wichtigsten:
- § 556 BGB – Vereinbarungen über Betriebskosten (Abrechnungsfrist)
- § 1 BetrKV – umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten
- CO2KostAufG – Aufteilung der CO2-Kosten
- Deutscher Mieterbund – Betriebskostenspiegel
- Verbraucherzentrale – Anbieterwechsel Strom und Gas
- Bundesnetzagentur – Lieferantenwechsel