Ökostromvergleich 2026
Stand: 18. Juli 2026 · Redaktion meinetarife24
Ein Ökostromvergleich zeigt dir in zwei Minuten, welcher zertifizierte Grünstrom-Tarif in deiner Postleitzahl verfügbar ist und wie viel du gegenüber der Grundversorgung sparst. 2026 zahlen Haushalte laut BDEW im Schnitt rund 37 ct/kWh. Wer neu abschließt, kommt bei Ökostrom oft auf etwa 24 bis 30 ct/kWh.
Das Wichtigste in Kürze
- Echter Ökostrom trägt das ok-power-Label oder das Grüner Strom Label. TÜV-Zertifikate sind schwächer, reine Herkunftsnachweise reichen gar nicht.
- Strompreis 2026: rund 37 ct/kWh im Haushaltsschnitt (BDEW). Neukundentarife für Ökostrom liegen oft bei 24 bis 30 ct/kWh.
- Unabhängige bundesweite Ökoanbieter (im Robin Wood Ökostromreport gut bewertet): Naturstrom, EWS Schönau, LichtBlick, Polarstern, Green Planet Energy.
- 4-Personen-Haushalt: 3.500-4.500 kWh/Jahr (Stromspiegel), rund 1,3 t CO₂ weniger pro Jahr gegenüber dem Netzmix.
- Wechsel ist nach § 20a EnWG lückenlos. Keine Stromausfälle, der neue Anbieter übernimmt die Kündigung.
- Neu in Deutschland? Nach der Anmeldung läufst du in die Grundversorgung, meist 20-40 % teurer als ein freier Tarif.
Was Ökostrom in Deutschland wirklich bedeutet
Ökostrom heißt: der gelieferte Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Geothermie. So weit die Marketing-Definition. In der Praxis kaufen viele Anbieter nur Herkunftsnachweise (HKN) aus dem Ausland zu, vor allem aus norwegischer Wasserkraft, und vermarkten den heimischen Strommix dann als grün. Das ist legal, ändert aber nichts am physischen Strom in deiner Steckdose. Deshalb gibt es Gütesiegel mit klaren Anforderungen.
ok-power-Label
Vergeben von EnergieVision e.V. Der Anbieter muss aktiv neue Anlagen fördern und darf keine Kohle oder Atomkraft im Konzern haben. Vom Umweltbundesamt als eines der strengsten Siegel anerkannt.
Grüner Strom Label
Getragen von NABU, BUND und Naturschutzbund. Pro verkaufter Kilowattstunde fließt ein definierter Cent-Betrag in neue Bürgerenergie-Projekte. Schließt Konzerne mit Kohle- und Atomstrom aus.
TÜV Nord / Süd / Rheinland
Mehrere Varianten. Das Renewable Plus-Zertifikat von TÜV Rheinland verlangt, dass mindestens ein Drittel des Stroms aus Anlagen kommt, die jünger als sechs Jahre sind - oder dass der Anbieter 0,25 ct/kWh in den Ausbau investiert.
Tarife ohne eines dieser Siegel sind nicht automatisch schlecht, verdienen aber einen kritischen Blick. Wenn ein Anbieter nur RECS- oder HKN-Strom verkauft, fördert dein Wechsel nicht zwangsläufig den Ausbau erneuerbarer Energien.
Was Ökostrom 2026 kostet
Für Haushaltsstrom insgesamt nennt der BDEW für 2026 einen Durchschnitt von rund 37 ct/kWh. In diesem Wert steckt auch die teure Grundversorgung. Neukundentarife liegen klar darunter, zertifizierter Ökostrom oft bei etwa 24 bis 30 ct/kWh. Genau diese Lücke macht den Wechsel aus.
Ein konkretes Preisbeispiel aus dem Verivox-Rechner (Stand 08.05.2026): Für Göttingen mit 4.000 kWh Jahresverbrauch kostet der PLUS-Tarif PlusStrom GRÜNFAIR im ersten Jahr 953,77 €, gegenüber 1.530,21 € beim örtlichen Grundversorger E.ON. Das sind 576,44 € Ersparnis - allein durch den Wechsel.
| Verbrauch (4-Personen-Haushalt) | Grundversorger | Ökostrom (Beispiel) | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| 3.500 kWh | ca. 1.340 € | ca. 835 € | ca. 505 € |
| 4.000 kWh | 1.530,21 € | 953,77 € | 576,44 € |
| 4.500 kWh | ca. 1.720 € | ca. 1.075 € | ca. 645 € |
Quelle: Verivox-Vergleichsrechner, PLZ Göttingen (37075), Stand 08.05.2026. Die konkrete Ersparnis hängt von Postleitzahl, Anbieterauswahl und Verbrauch ab.
Deutscher Strommix 2024: die echten Zahlen
Erneuerbare deckten 2024 einen Rekordanteil der deutschen Stromerzeugung. Je nach Berechnung lag der Anteil am Bruttostromverbrauch bei rund 57 % (Umweltbundesamt), an der öffentlichen Nettoerzeugung sogar über 60 % (Fraunhofer ISE). Innerhalb der Erneuerbaren teilt sich die Erzeugung 2024 so auf:
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Erneuerbaren-Erzeugung 2024, sowie Umweltbundesamt. Quartalswerte schwanken je nach Wetter und Anlagen-Mix.
Wichtig: Wenn ein Tarif "100 % Ökostrom" wirbt, bezieht sich das auf den Beschaffungsmix des Anbieters, nicht auf den physikalischen Strom in deiner Steckdose. Letzterer entspricht immer dem deutschen Netzmix, egal welchen Tarif du gebucht hast.
Empfehlenswerte Ökostromanbieter
Die folgenden bundesweiten Ökoanbieter schneiden im Robin Wood Ökostromreport gut ab und gelten als unabhängig. Sie gehören keinem Großkonzern an und investieren nachweislich in den Ausbau erneuerbarer Anlagen. Reihenfolge alphabetisch, keine Wertung.
Bürgerwerke eG
Genossenschaft von rund 100 lokalen Energie-Kooperativen. Pro kWh fließen 0,5 ct in den Ausbau.
EWS Elektrizitätswerke Schönau
Pionier der Bürgerenergie aus dem Schwarzwald. 0,5-2 ct/kWh für neue Anlagen.
Green Planet Energy
Genossenschaft aus dem Greenpeace-Umfeld (bis 2021 Greenpeace Energy), mit eigenen Erzeugungsanlagen.
LichtBlick
Einer der größten unabhängigen Ökoanbieter Deutschlands.
Naturstrom AG
1998 von Umweltverbänden gegründet, Anteil pro kWh fließt in neue Anlagen.
Polarstern Energie
Kombiniert Ökostrom mit Mikrokrediten in Entwicklungsländern.
Zusätzlich landeten 2023 im Robin Wood Ökostromreport mit hohen Wertungen: Fair Trade Power, grün.power, MANN Strom, Ökostrom+ und Westfalenwind Strom. Diese Liste ersetzt keine eigene Prüfung deines Tarifs - Anbieter ändern Konditionen, Preisgarantien und Boni unterscheiden sich stark.
Ökostromtarif in deiner Postleitzahl finden
Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, sofort verfügbare Tarife sehen. Der Vergleich läuft über unseren Partner CHECK24.
Werbehinweis: Wenn du über uns wechselst, bekommen wir eine kleine Provision. Dein Preis bleibt gleich.
Ökostromtarife werden geladen ...
Vergleich zertifizierter Anbieter in deiner Region
So funktioniert der Wechsel zum Ökostrom
Der Stromanbieterwechsel ist gesetzlich geregelt (§ 20a EnWG). Seit dem 6. Juni 2025 muss die technische Umschaltung binnen 24 Stunden möglich sein. Kein Stromausfall, der lokale Netzbetreiber liefert weiter, du wechselst nur den Vertragspartner für die Abrechnung.
- Verbrauch ablesen. Schau auf deine letzte Jahresabrechnung. Steht dort kein Wert, peil deinen Jahresverbrauch mit den Stromspiegel-Richtwerten an: 1 Person rund 1.500 kWh, 2 Personen rund 2.500 kWh, 4-Personen-Haushalt 3.500-4.500 kWh.
- Vergleich starten. Postleitzahl und Verbrauch eingeben, dann nach ok-power-Label oder Grüner Strom Label filtern.
- Tarif wählen. Achte auf Preisgarantie (mindestens 12 Monate sind sinnvoll), Vertragslaufzeit (12 Monate üblich) und Kündigungsfrist (idealerweise 4-6 Wochen zum Vertragsende).
- Online beauftragen. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten und meldet den Wechselzeitpunkt. Du musst nichts weiter tun.
- Zählerstand mitteilen. Am Stichtag schickst du den Zählerstand an den neuen Anbieter. Manche Versorger machen das automatisch über den Messstellenbetreiber.
Bis alles umgestellt ist, vergehen je nach Kündigungsfrist meist ein bis sechs Wochen. Die technische Umschaltung selbst ist seit Juni 2025 auf 24 Stunden begrenzt (§ 20a EnWG). Um die Kündigung beim alten Anbieter kümmert sich der neue.
Neu in Deutschland? Die Grundversorgungs-Falle
Was bei deinem ersten Stromvertrag wirklich passiert.
Wenn du dich nach dem Umzug beim Bürgeramt anmeldest und in deine erste Wohnung in Deutschland einziehst, läufst du automatisch in die Grundversorgung deines lokalen Netzbetreibers. Das ist gesetzlich so geregelt (§ 36 EnWG), damit niemand ohne Strom ist. Praktisch ist das aber meist der teuerste Tarif am Markt: 20-40 % über dem freien Markt.
Du kannst die Grundversorgung jederzeit mit 2 Wochen Frist zum Monatsende kündigen (§ 20 StromGVV) und in einen freien Tarif wechseln, auch in Ökostrom. Wenn du gerade erst angemeldet bist, lohnt sich der Vergleich besonders - du arbeitest dann mit Stromspiegel-Richtwerten, weil du noch keinen Jahresverbrauch hast.
Tipp für Nicht-EU-Bürger ohne SEPA-Lastschrift: viele Ökostromanbieter akzeptieren auch Banküberweisung. Frag im Zweifel direkt beim Anbieter nach. Eine Schufa-Auskunft wird in der Regel abgefragt, ein Wechsel verweigert wird aber nur in Ausnahmefällen.
Worauf du beim Vertrag achten solltest
Preisgarantie
Eine eingeschränkte Preisgarantie schützt nur vor anbieter-eigenen Erhöhungen. Eine echte Vollpreis-Garantie ist seltener und meist teurer im Grundpreis.
Vertragslaufzeit
12 Monate sind Standard. Setz dir eine Kalendererinnerung zwei Monate vor Vertragsende, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch zu schlechteren Konditionen.
Kündigungsfrist
Üblich sind 4-6 Wochen zum Vertragsende. Bei Preiserhöhungen gilt das Sonderkündigungsrecht (§ 41 Abs. 5 EnWG), meist mit zwei Wochen Frist.
Boni
Neukunden- und Sofortbonus fließen meist erst nach 12 Monaten. Rechne ohne Bonus nach, ob der Tarif auch im zweiten Jahr noch günstig ist.
Vorauskasse
Tarife mit Komplett-Vorauszahlung sehen günstig aus, sind aber bei Insolvenz problematisch. Stiftung Warentest und Verbraucherzentrale raten ab.
Mindestabnahme
Pakettarife mit fester kWh-Menge können teuer werden, wenn du weniger verbrauchst. Achte auf flexible Abrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Alles, was du vor dem Wechsel wissen solltest.
Ist Ökostrom in Deutschland wirklich teurer?
Nein. Laut Finanztip-Auswertung 2023/2024 liegen zertifizierte Ökostromtarife im Schnitt bei oder leicht unter den Preisen vergleichbarer Standardtarife. Im Mai 2026 zeigt der Verivox-Rechner für eine durchschnittliche Postleitzahl eine Ersparnis von 400-600 € pro Jahr gegenüber der Grundversorgung - unabhängig davon, ob der Tarif Öko ist oder nicht.
Was ist der Unterschied zwischen ok-power-Label und Grüner Strom Label?
Beide schließen Konzerne mit Kohle- oder Atomstrom aus. ok-power (EnergieVision e.V.) verlangt einen Förderbeitrag pro kWh für neue Erneuerbare-Anlagen. Das Grüner Strom Label (getragen u.a. von NABU, BUND und dem Deutschen Naturschutzring) verlangt zusätzlich einen festen Cent-Betrag für lokale Bürgerenergie-Projekte. Finanztip und das Umweltbundesamt zählen beide zu den strengsten Siegeln am deutschen Markt.
Was bedeutet Herkunftsnachweis und warum ist das wichtig?
Ein Herkunftsnachweis (HKN) ist ein digitales Zertifikat, das die Erzeugung einer Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Quellen belegt. HKN können getrennt vom Strom gehandelt werden, deshalb können Anbieter Zertifikate aus Norwegen kaufen und ihren konventionellen Strom als grün vermarkten. Das ist legal, fördert aber nicht den Ausbau in Deutschland. Anbieter mit ok-power oder Grüner Strom Label gehen über reine HKN hinaus.
Wie lange dauert ein Stromanbieter-Wechsel?
Seit dem 6. Juni 2025 muss der technische Wechsel laut § 20a EnWG binnen 24 Stunden möglich sein. In der Praxis vergehen bis zur Umschaltung meist ein bis sechs Wochen, weil noch die Kündigungsfrist des alten Vertrags läuft. Der neue Anbieter kümmert sich um Kündigung und Anmeldung beim Netzbetreiber. Du teilst nur am Stichtag den Zählerstand mit, manchmal übernimmt das der Messstellenbetreiber automatisch.
Gibt es beim Wechsel Stromausfälle?
Nein. Der physikalische Strom kommt unverändert von deinem lokalen Netzbetreiber. Der Wechsel betrifft nur Vertrag und Abrechnung, geregelt in § 20a EnWG. Bei einem reinen Anbieterwechsel steht deshalb niemand ohne Strom da.
Lohnt sich Ökostrom für Mieter?
Ja. Den Stromvertrag schließt du als Mieter immer selbst ab, er ist nicht an die Wohnung gebunden. Bei Auszug nimmst du den Anbieter mit oder kündigst zum Umzugsdatum (Sonderkündigungsrecht bei Umzug nach § 20 Abs. 4 StromGVV, meist mit 6 Wochen Frist). In den meisten Mietverhältnissen ist nur die Heizung zentral, der Haushaltsstrom liegt in deiner Hand.
Wie viel CO₂ spare ich mit Ökostrom?
Der durchschnittliche CO₂-Faktor des deutschen Strommix lag 2024 laut Umweltbundesamt bei 363 g/kWh. Ökoanbieter mit eigenem Anlagenpark liegen deutlich darunter. Für einen 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh sind das grob 1,3 Tonnen CO₂ weniger im Jahr, ungefähr so viel wie 11.000 km Autofahrt bei 120 g CO₂/km (UBA, Strommix-Emissionsfaktor 2024).
Welche Frist habe ich bei Preiserhöhung?
Erhöht der Anbieter den Arbeits- oder Grundpreis, hast du das Sonderkündigungsrecht nach § 41 Abs. 5 EnWG. Die Frist beträgt meist zwei Wochen ab Wirksamwerden der Erhöhung; das Anbieterschreiben muss dich ausdrücklich auf das Recht hinweisen. Verbraucherzentrale-Tipp: kündige schriftlich oder per E-Mail mit Bestätigung, bevor die neue Preisstufe greift.
Hilfreiche Quellen
- Bundesnetzagentur (Strompreis-Monitoring)
- Umweltbundesamt (Strommix, CO₂-Faktor)
- Verbraucherzentrale (Energiewechsel)
- Stiftung Warentest / Finanztest (Energie)
- Stromspiegel / co2online (Verbrauchsbenchmarks)
- Robin Wood Ökostromreport (Anbieterbewertung)
Alle Daten in diesem Artikel wurden zum Stand 18. Juli 2026 verifiziert. Wenn sich gesetzliche Vorgaben oder Marktpreise ändern, aktualisiert die Redaktion meinetarife24 diese Seite entsprechend.
Bereit für deinen Ökostrom-Wechsel?
Vergleiche jetzt zertifizierte Tarife in deiner Postleitzahl. Kostenlos und unverbindlich.