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Ratgeber für Expats und Neuankömmlinge

Strom anmelden und wechseln
in Deutschland 2026

Gerade neu eingezogen? Wenn du dich nicht kümmerst, zahlst du ab Tag eins zu viel, weil du automatisch in der teuren Grundversorgung landest. Hier erfährst du, wie du Strom richtig anmeldest, deine Rechnung verstehst und mit den neuen Regeln seit Juni 2025 schnell in einen günstigeren Tarif wechselst.

Person prüft am Küchentisch die Stromrechnung, Symbol für die Stromanmeldung von Expats in Deutschland

Das Wichtigste in Kürze

Beim Einzug bekommst du automatisch Strom vom örtlichen Grundversorger, meist der teuerste Tarif. Du kannst ihn jederzeit mit zwei Wochen Frist verlassen. Lies am Einzugstag den Zähler ab, halte deine Anmeldung und eine SEPA-IBAN bereit und wechsle in einen günstigeren Tarif. Seit Juni 2025 läuft der technische Wechsel bei Strom an Werktagen binnen 24 Stunden.

Zuletzt aktualisiert: 1. Juni 2026 | Lesezeit: ca. 8 Minuten

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Die Grundversorgung-Falle beim Einzug

Das ist der Fehler, der Neuankömmlinge am meisten Geld kostet. Wenn du in eine Wohnung ziehst und nichts unternimmst, beliefert dich automatisch der örtliche Grundversorger. Klingt bequem, ist aber teuer: Die Grundversorgung ist in der Regel der teuerste Tarif am Markt.

Die gute Nachricht: Du bist nicht gefangen. Die Grundversorgung kannst du jederzeit mit zwei Wochen Frist kündigen, und der Wechsel selbst ist laut Verbraucherzentrale sicher, kostenlos und ohne Versorgungsunterbrechung. Es kommt niemand in deine Wohnung, an Leitungen und Zähler ändert sich nichts, nur dein Vertrag wird günstiger.

Merke: Solange du in der Grundversorgung bist, zahlst du fast immer drauf. Der erste Schritt nach dem Einzug sollte deshalb ein Tarifvergleich sein, nicht erst nach der ersten hohen Jahresabrechnung.

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Die richtige Reihenfolge: Anmeldung, Konto, Strom

Viele Neuankömmlinge scheitern nicht am Strom selbst, sondern an der Reihenfolge. Diese drei Schritte gehören zusammen:

1. Anmeldung (Wohnsitz anmelden)

Melde deinen Wohnsitz beim Bürgeramt an. Die Anmeldebestätigung (Meldebescheinigung) brauchst du für fast alles, auch für ein Bankkonto.

2. Bankkonto / SEPA-IBAN

Für die Stromrechnung zahlst du per SEPA-Lastschrift. Eine IBAN aus dem SEPA-Raum genügt, ein deutsches Konto ist nicht Pflicht, macht aber vieles einfacher.

3. Strom anmelden oder wechseln

Mit Adresse und IBAN schließt du online deinen Stromtarif ab. Vergleiche vorher, damit du nicht in der teuren Grundversorgung bleibst.

Wichtig: Du musst nicht warten, bis alles perfekt ist. Strom kannst du oft schon mit der neuen Adresse anmelden. Aber ohne Anmeldung und IBAN wird es bei vielen Anbietern schwierig, plane die Schritte deshalb gleich zu Beginn ein.

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Am Einzugstag: Zähler ablesen und fotografieren

Dieser kleine Handgriff schützt dich vor fremden Kosten. Lies am Einzugstag den Zählerstand deines Stromzählers ab und fotografiere ihn zusammen mit der Zählernummer. So zahlst du nur deinen eigenen Verbrauch und nicht den deines Vormieters.

Zählerstand notieren

Die Zahl auf dem Zähler am Einzugstag, plus die Zählernummer.

Foto machen

Ein Foto mit Datum ist dein Nachweis bei späteren Unstimmigkeiten.

Weitergeben

Übermittle den Stand an deinen Anbieter, beim Wechsel an alt und neu.

Die MaLo-ID (Marktlokations-Identifikationsnummer) ist eine elfstellige Nummer, die deinen Anschluss eindeutig kennzeichnet. Du findest sie meist auf der Stromrechnung. Sie kann den Wechsel beschleunigen, du musst sie aber nicht selbst angeben, der neue Anbieter kann sie beim Netzbetreiber erfragen. Gib sie nur an Anbieter weiter, denen du vertraust.

Stromtarife vergleichen und wechseln

Gib deinen Jahresverbrauch und deine Postleitzahl ein und vergleiche kostenlos und unverbindlich. So siehst du sofort, wie viel günstiger es als die Grundversorgung geht.

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Deine Stromrechnung verstehen

Die deutsche Stromrechnung verwirrt fast jeden Neuankömmling. Drei Begriffe musst du kennen:

Abschlag: Eine geschätzte monatliche Vorauszahlung. Du zahlst nicht den echten Verbrauch, sondern einen festen Betrag voraus.
Jahresabrechnung: Einmal im Jahr wird dein tatsächlicher Verbrauch abgerechnet. Hast du zu viel gezahlt, bekommst du Geld zurück, hast du zu wenig gezahlt, zahlst du nach.
Arbeitspreis & Grundpreis: Der Arbeitspreis gilt pro Kilowattstunde (kWh), der Grundpreis ist eine feste monatliche Gebühr. Beides zusammen ergibt deine Kosten.

Wie viel verbrauchst du überhaupt?

Dein Jahresverbrauch in Kilowattstunden ist die wichtigste Eingabe für jeden Vergleich. Als grobe Orientierung (laut Stromspiegel, Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung): ein Single-Haushalt verbraucht etwa 1.300 bis 1.600 kWh pro Jahr, ein Zwei-Personen-Haushalt rund 1.900 bis 2.500 kWh. Den genauen Wert findest du auf deiner letzten Jahresabrechnung, als Neuankömmling schätzt du ihn anfangs über die Personenzahl.

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Günstig wechseln und die neuen Regeln seit Juni 2025

Der Wechsel ist einfacher geworden. Seit dem 6. Juni 2025 muss der technische Wechsel bei Strom an Werktagen binnen 24 Stunden erfolgen (Festlegung der Bundesnetzagentur; Paragraf 20a EnWG sieht dies spätestens ab dem 1. Januar 2026 vor). Was das für dich heißt, erklärt auch der ADAC. Wichtig: Die schnellere Technik ersetzt keine rechtzeitige Kündigung, und für Gas gilt die Regel noch nicht.

Worauf du beim Tarif achtest

Laufzeit: maximal 12 Monate, dann bleibst du flexibel und kannst jährlich wechseln.
Preisgarantie: mindestens 12 Monate schützt vor Preiserhöhungen während der Laufzeit.
Bonus richtig lesen: Ein hoher Neukundenbonus zählt nur im ersten Jahr. Schau auf Arbeitspreis und Grundpreis, nicht nur auf den Bonus.
Sonderkündigungsrecht: Erhöht dein Anbieter den Preis, kannst du nach Paragraf 41 EnWG kündigen. Reiche die Kündigung dann selbst und schriftlich ein.

Wie viel bringt das?

Wer aus der Grundversorgung in einen günstigeren Tarif wechselt, kann je nach Verbrauch mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Die genaue Ersparnis hängt von deinem Verbrauch und deinem Ausgangstarif ab, der Vergleichsrechner zeigt dir deinen konkreten Wert.

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Schufa, Kaution und englischsprachige Anbieter

Ohne deutsche Kredithistorie bist du unsicher, ob du überhaupt einen Vertrag bekommst? Entwarnung: Die meisten Stromanbieter verlangen keine Schufa-Auskunft. Einige fordern ohne deutsche Bonitätsdaten eine Vorauszahlung oder Kaution, das ist üblich und kein Hindernis. Außerdem gibt es Anbieter mit komplett englischsprachiger Website, App und Kundenbetreuung, was den Einstieg für Neuankömmlinge stark erleichtert.

Häufige Sorgen von Neuankömmlingen, kurz beantwortet

FrageKurzantwort
Brauche ich eine Schufa?Meist nein. Ohne Bonitätsdaten ggf. Vorauszahlung oder Kaution.
Deutsches Konto Pflicht?Nein. Eine SEPA-IBAN genügt, ein deutsches Konto erleichtert es.
Gibt es englischen Service?Ja, einige Anbieter sind komplett auf Englisch nutzbar.
Wird der Strom unterbrochen?Nein. Der Wechsel läuft ohne Unterbrechung.

Häufig gestellte Fragen

Raus aus der Grundversorgung

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