Photovoltaik in der Wohngebäudeversicherung
Eine fest auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage gehört in vielen Wohngebäudeversicherungen zum versicherten Gebäude, aber nicht in jedem Tarif automatisch. Ob deine Solaranlage mitversichert ist, hängt vom Tarif ab, und du musst sie deinem Versicherer melden. Hier erfährst du, was abgedeckt ist, was du melden musst und was der Schutz kostet.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine fest installierte PV-Anlage ist in vielen, aber nicht allen Wohngebäudetarifen mitversichert. In günstigen Basistarifen fehlt sie oft.
- Du musst die Anlage deinem Versicherer melden. Eine PV-Anlage gilt als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung (§§ 23–27 VVG). Meldest du sie nicht, darf der Versicherer im Schadenfall kürzen (§ 26 VVG).
- Der Einschluss in die Gebäudeversicherung ist oft günstig: bei vielen Anbietern kostenlos, sonst meist bis rund 80 Euro im Jahr. Eine eigene PV-Versicherung liegt laut Finanztip bei etwa 50 bis 150 Euro im Jahr.
- Feuer, Sturm ab Windstärke 8 und Überspannung gehören zu den häufigsten Schadensursachen, Hagel kommt seltener vor. Diebstahl, Marderbiss und Ertragsausfall sind nur in besseren Tarifen oder einer separaten PV-Versicherung dabei.
- Der Stromspeicher (Batterie) ist meist nicht automatisch mitversichert und muss gesondert eingeschlossen werden.
Du willst zuerst die Grundlagen zum Gebäudeschutz? Die erklären wir im Ratgeber zur Wohngebäudeversicherung.
Ist deine Photovoltaikanlage in der Gebäudeversicherung versichert?
Ein klares Ja oder Nein gibt es hier nicht. Ob die Solaranlage zum versicherten Gebäude zählt, steht in deinen Vertragsbedingungen, und die unterscheiden sich von Tarif zu Tarif deutlich. Grob gibt es drei Stufen:
Basistarife
In günstigen Basistarifen ist die PV-Anlage oft gar nicht oder nur bis zu einer niedrigen Summe mitversichert.
- PV oft nicht enthalten
- Niedrige Deckung
- Kein Ertragsausfall
Komforttarife
In Komforttarifen ist die Anlage meist bis zu einer im Vertrag festgelegten Summe mitversichert.
- PV meist enthalten
- Bessere Deckung
- Ertragsausfall nur teils
Premiumtarife
Premiumtarife sichern die Photovoltaikanlage umfassend ab, oft mit hohen Summen und Zusatzbausteinen.
- Hohe Deckung
- Ertragsausfall enthalten
- Allgefahrendeckung
Wichtig für Mieter: Das Gebäude versichert der Eigentümer, nicht du. Hast du auf einem fremden Dach oder am Balkon eine Anlage, klär den Schutz mit dem Eigentümer und über deine eigene Privathaftpflicht.
Photovoltaikanlage der Versicherung melden
Eine neue Solaranlage ändert dein Haus: Sie erhöht den Wiederaufbauwert und die Brandlast auf dem Dach. Für viele Versicherer ist das eine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung im Sinne der §§ 23 bis 27 VVG. Heißt: Du musst die Anlage melden. Tust du das nicht, darf der Versicherer im Schadenfall die Leistung anteilig kürzen (§ 26 VVG). Das ist nicht nur Theorie, auch die Verbraucherzentrale weist regelmäßig darauf hin.
Diese Angaben braucht dein Versicherer
- Den Wert der Anlage (für die richtige Versicherungssumme)
- Die Leistung in kWp (Kilowatt peak)
- Das Installationsdatum, am besten schon vor der Montage
- Ob ein Stromspeicher dazugehört
Welche Schäden an der Photovoltaikanlage sind versichert?
Je nach Tarif sind unterschiedliche Gefahren abgedeckt. Feuer, Sturm und Überspannung gehören zu den häufigsten Schadensursachen an Solaranlagen, das zeigen Auswertungen aus der Versicherungsbranche. Die grünen Punkte stecken meist schon im Standard, die gelben und roten nur in besseren Tarifen.
Sturm & Hagel
Schäden durch Sturm ab Windstärke 8 und durch Hagel. Sturm gehört zu den häufigsten Ursachen, Hagel kommt seltener vor.
Blitz & Überspannung
Direkter Blitzeinschlag und Überspannungsschäden durch Blitze in der Umgebung, etwa am Wechselrichter.
Feuer
Brand, Explosion und Implosion, auch ausgelöst durch defekte Bauteile der Anlage selbst.
Diebstahl
Entwendung von Solarmodulen, Wechselrichtern oder anderen Anlagenteilen.
Marderbiss & Tierschäden
Schäden durch Marder, Nagetiere oder Vögel an Kabeln und Anlagenteilen.
Ertragsausfall
Ersatz für entgangene Einspeisevergütung, wenn die Anlage nach einem versicherten Schaden stillsteht.
Was kostet der Versicherungsschutz für die PV-Anlage?
Eine PV-Anlage abzusichern kostet oft weniger, als der Anschaffungspreis vermuten lässt, manchmal sogar nichts extra. Es gibt zwei Wege, und sie kosten unterschiedlich viel:
Einschluss in die Gebäudeversicherung
Bei vielen Anbietern kostet die Mitversicherung einer kleinen Dachanlage nichts extra, sonst meist bis rund 80 Euro im Jahr. Stiftung Warentest nennt für das PV-Modul Beiträge ab etwa 35 Euro.
Eigene Photovoltaikversicherung
Eine separate PV-Police für eine typische Anlage mit 5 bis 10 kWp liegt laut Finanztip bei etwa 50 bis 150 Euro im Jahr. Dafür gibt es oft Allgefahrendeckung und Ertragsausfall.
Den Stromspeicher rechnen viele Versicherer separat, oft mit rund 20 bis 50 Euro Aufpreis im Jahr. Was am Ende sinnvoll ist, hängt von Anlage, Standort und gewünschtem Schutz ab. Der Vergleich unten zeigt dir Tarife für dein Gebäude.
Gebäudeversicherung mit Photovoltaikschutz vergleichen
Wenn du bereit bist: Vergleiche Tarife zahlreicher Wohngebäudeversicherer, kostenlos und unverbindlich. Achte dabei besonders auf den PV-Einschluss, den Stromspeicher und den Ertragsausfall.
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Nicht alle Anbieter am Markt sind in diesem Vergleich enthalten. Regionale Anbieter oder spezialisierte Tarife können fehlen.
Deine Optionen zur Absicherung der Solaranlage
Es gibt drei gängige Wege, deine Photovoltaikanlage zu versichern. Welcher passt, hängt von der Anlagengröße und deinem bestehenden Vertrag ab.
Option 1: Bestehende Gebäudeversicherung erweitern
Du schließt die PV-Anlage in deine laufende Wohngebäudeversicherung ein und erhöhst bei Bedarf die Versicherungssumme. Vorteil: eine Police, einfache Verwaltung, oft günstig. Nachteil: der Schutz kann eingeschränkter sein als bei einer Spezialpolice.
Option 2: Eigene Photovoltaikversicherung
Eine eigenständige PV-Police bietet oft den breitesten Schutz: Allgefahrendeckung, Ertragsausfall, Diebstahl und Tierbiss. Sinnvoll vor allem bei größeren oder kreditfinanzierten Anlagen. Nachteil: zusätzliche Kosten neben der Gebäudeversicherung.
Option 3: Wechsel in einen Premium-Gebäudetarif
Du wechselst in einen Premium-Gebäudetarif, der Photovoltaik umfassend einschließt. Alles bleibt in einer Police, mit hohen Summen und oft Ertragsausfall. Dafür liegt der Gesamtbeitrag höher.
Speicher, Balkonkraftwerk und Haftpflicht: drei Sonderfälle
Stromspeicher
Die Batterie ist selten automatisch dabei. Schließe sie gezielt ein, oft gegen rund 20 bis 50 Euro im Jahr. Stiftung Warentest zählt den Speicherschutz sogar zum Mindestschutz einer guten PV-Police.
Balkonkraftwerk
Ein steckerfertiges Balkonkraftwerk ist laut ADAC meist über die Hausrat- und die Privathaftpflicht abgedeckt. Eine eigene PV-Police brauchst du dafür in der Regel nicht. Ein kurzer Anruf bei deiner Versicherung bestätigt den Schutz.
Betreiberhaftpflicht
Löst sich ein Modul und trifft Personen oder das Nachbarhaus, haftest du als Betreiber. Prüfe, ob deine Privathaftpflicht die Photovoltaikanlage einschließt. Bei größeren Anlagen kann eine eigene Photovoltaik-Haftpflicht nötig sein.
Was sagt Stiftung Warentest zum PV-Schutz?
Im Test der Photovoltaikversicherungen (Finanztest 5/2025) prüfte Stiftung Warentest 95 Tarife von 51 Anbietern. Das Ergebnis: Nur 57 davon boten einen sinnvollen Mindestschutz. Zu diesem Mindestschutz zählen die Experten unter anderem den Schutz des Stromspeichers und die Kosten für extern zugekauften Strom, wenn die Anlage ausfällt. Schau beim Vergleich also nicht allein auf den Preis. Entscheidend ist, was der Tarif wirklich abdeckt.
Wichtige deutsche Begriffe rund um Photovoltaik
Diese Begriffe begegnen dir im Tarif und in der Schadenmeldung. Wir erklären sie kurz auf Deutsch, Englisch und Türkisch.
Häufige Fragen zu Photovoltaik in der Gebäudeversicherung
Muss ich meine Photovoltaikanlage der Versicherung melden?
Ja. Eine neue PV-Anlage auf dem Dach gilt für viele Versicherer als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung im Sinne der §§ 23–27 VVG, weil sich Brandlast und Reparaturwert ändern. Meldest du sie nicht, darf der Versicherer die Leistung im Schadenfall anteilig kürzen (§ 26 VVG). Gib am besten Wert, Leistung in kWp und Installationsdatum an – am besten schon vor der Montage.
Was kostet es, die Photovoltaikanlage mitzuversichern?
Der Einschluss in die bestehende Wohngebäudeversicherung ist oft günstig: bei vielen Anbietern kostenlos, sonst meist bis rund 80 Euro im Jahr. Stiftung Warentest nennt für das PV-Modul Beiträge ab etwa 35 Euro. Eine eigenständige Photovoltaikversicherung für eine typische Anlage mit 5 bis 10 kWp liegt laut Finanztip bei rund 50 bis 150 Euro im Jahr. Der genaue Preis hängt von Anlage, Standort und Leistungsumfang ab.
Was ist eine Allgefahrenversicherung für PV-Anlagen?
Eine Allgefahren- oder All-Risk-Versicherung deckt alle Schäden ab, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind – anders als der klassische Schutz, der nur benannte Gefahren absichert. Damit sind auch Bedienfehler, technische Defekte oder unbekannte Schadensursachen abgedeckt. Normaler Verschleiß und Garantiefälle bleiben außen vor. Spezielle Photovoltaikversicherungen bieten häufig eine solche Allgefahrendeckung.
Ist der Stromspeicher (Batterie) auch mitversichert?
Nicht automatisch. Der Stromspeicher ist meist nur dann abgesichert, wenn du ihn ausdrücklich in den Vertrag einschließt – das kostet je nach Anbieter oft rund 20 bis 50 Euro extra im Jahr. Stiftung Warentest zählt den Schutz des Speichers sogar zum Mindestschutz einer guten PV-Versicherung. Prüfe also gezielt, ob der Wert des Speichers in der Versicherungssumme enthalten ist.
Ist der Ertragsausfall in der Gebäudeversicherung enthalten?
In einer Standard-Wohngebäudeversicherung meist nicht. Ertragsausfall bedeutet, dass die Versicherung dir die entgangene Einspeisevergütung ersetzt, wenn die Anlage nach einem versicherten Schaden stillsteht. Dieser Baustein steckt in der Regel nur in spezialisierten Photovoltaikversicherungen oder in sehr guten Premium-Gebäudetarifen. Für kreditfinanzierte Anlagen mit hoher Einspeisung kann er sich lohnen.
Muss ich ein Balkonkraftwerk extra versichern?
In der Regel nicht. Ein steckerfertiges Balkonkraftwerk ist laut ADAC meist über deine Hausratversicherung und deine Privathaftpflicht mit abgedeckt – eine eigene PV-Police brauchst du dafür normalerweise nicht. Sinnvoll ist ein kurzer Anruf bei deiner Versicherung, um den Schutz zu bestätigen und die Anlage zu vermerken. Erst bei größeren Aufdach-Anlagen lohnt sich die Frage nach dem Gebäude- oder PV-Schutz.
Solaranlage gut abgesichert?
Wenn du bereit bist, vergleiche Wohngebäudetarife mit PV-Schutz, kostenlos und unverbindlich. Für die Grundlagen schau in den Wohngebäudeversicherung-Vergleich, den Rohrbruch-Ratgeber oder den Elementarschutz-Ratgeber.