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Guide für Beamtenanwärter:innen in Deutschland
Für Beamtenanwärter

Krankenversicherung für Beamtenanwärter: dein Sofortschutz ab Tag 1

Als Beamtenanwärter:in bist du nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse und triffst die Versicherungswahl selbst. Die beihilfekonforme PKV deckt zusammen mit der Beihilfe deines Dienstherrn deine Krankheitskosten ab. Schließt du innerhalb der ersten sechs Monate ab, profitierst du oft von erleichterter Aufnahme.

Stand: 26. Mai 2026 · Redaktion meinetarife24

Begriffe, die du kennen solltest

  • Beamtenanwärter = Civil Servant Trainee
  • Beihilfe = Government Health Subsidy
  • PKV (Private Krankenversicherung) = Private Health Insurance
  • Öffnungsaktion = PKV Acceptance Programme
ab 80 €
Anwärtertarif
50 %
Beihilfe-Anteil
5
Versicherer Öffnungsaktion 2026

Tipp für Newcomer

Die ersten sechs Monate nach Begründung deines Beamtenverhältnisses sind dein wichtigstes Zeitfenster. In dieser Phase kannst du dich über die Öffnungsaktion auch mit Vorerkrankungen versichern lassen. Danach gelten wieder die regulären Aufnahmeregeln mit voller Gesundheitsprüfung.

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Warum du als Beamtenanwärter freie Wahl hast

Beamtenanwärter:innen sind formal noch keine Beamten auf Lebenszeit, aber sie stehen rechtlich schon im öffentlichen Dienst. Das hat eine wichtige Folge für die Krankenversicherung: Du bist nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreit. Dieser Status nennt sich Versicherungsfreiheit.

Im Klartext: Du musst nicht automatisch in die GKV, du darfst aber freiwillig dort versichert bleiben oder werden. Genauso steht dir die private Krankenversicherung offen. Welche Variante besser passt, hängt von deinem Gesundheitszustand, deinem Bundesland und deiner Familienplanung ab.

Wichtig: Die Wahl ist eine langfristige Festlegung. Bist du einmal in der PKV, kommst du nur in Ausnahmefällen zurück in die GKV. Wer also unsicher ist, sollte die Anwartschaftsversicherung mitdenken — dazu unten mehr.

Beihilfe verstehen: 50 % vom Dienstherrn, 50 % von dir

Beihilfe ist die Krankheitskostenfürsorge deines Dienstherrn. Für Beamtenanwärter sind das in der Regel 50 % deiner medizinisch notwendigen Kosten. Mit zwei oder mehr Kindern steigt die Quote oft auf 70 %; in der Pension liegt sie nach Bundesgesetz meist bei 70 %. Welcher Beihilfesatz für dich gilt, ist in der jeweiligen Bundes- oder Landesbeihilfeverordnung geregelt (BBhV für Bundesbeamte, LBhVO im Land).

Die Beihilfe deckt nur einen Teil deiner Kosten — der Rest läuft über deine eigene Versicherung. Genau dafür gibt es beihilfekonforme PKV-Tarife: Sie übernehmen exakt den Prozentsatz, den die Beihilfe nicht zahlt. Du sicherst also keine 100 % über deine PKV ab, sondern nur deine Restleistungspflicht.

Ohne Beihilfe wäre die Vollversicherung in der PKV deutlich teurer. Genau deshalb sind Anwärtertarife so günstig: Du musst nur deinen 50-%-Anteil absichern, und der Versicherer bildet während der Ausbildung noch keine vollen Alterungsrückstellungen.Beihilfekonforme PKV im Detail.

Pauschale Beihilfe: wenn dein Bundesland mitspielt

Acht Bundesländer haben in den letzten Jahren ein alternatives Modell eingeführt: die pauschale Beihilfe. Statt einer prozentualen Erstattung im Krankheitsfall zahlt der Dienstherr 50 % deines GKV-Beitrags. So bleibt die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung wirtschaftlich attraktiv. Stand Anfang 2026 sieht die Übersicht so aus:

BundeslandSeitBesonderheit
Hamburg2018Pionier; 50 % GKV-Anteil
Bremen2020gilt auch in Pension
Berlin2020Wahl bei Dienstantritt
Brandenburg2021Wahl unwiderruflich
Thüringen2022auch Versorgungsempfänger
Baden-Württemberg2023Wahlrecht bei Dienstantritt
Sachsen2024Neuregelung Sächsisches BesG
Niedersachsen2024Wahl in den ersten Monaten

Quelle: PKV-Verband und Landesbeihilfeverordnungen (Stand Anfang 2026). Aktuelle Liste vor Antragstellung beim Dienstherrn oder unter pkv.de prüfen.

Wichtig: Die Wahl zwischen klassischer (anteiliger) und pauschaler Beihilfe ist in den meisten Ländern unwiderruflich und wirkt bis in die Pension. Bevor du dich entscheidest, vergleiche die Folgekosten in beiden Modellen — die Verbraucherzentrale stellt dafür Rechenbeispiele bereit.

Öffnungsaktion 2026: Aufnahme trotz Vorerkrankung

Die Öffnungsaktion ist ein Sonderzugang, den der PKV-Verband seinen Mitgliedern empfiehlt. Sie richtet sich an neu ernannte Beamtinnen und Beamte sowie an Beamtenanwärter:innen, die in den ersten sechs Monaten nach Begründung ihres Beamtenverhältnisses einen Antrag stellen. Statt einer kompletten Gesundheitsprüfung füllst du nur einen vereinfachten Fragebogen aus. Falls überhaupt ein Risikozuschlag fällig wird, ist er auf 30 % des Tarifbeitrags gedeckelt.

Teilnehmende Versicherer Stand Anfang 2026

  • Debeka
  • HALLESCHE · nicht für Beamte auf Probe
  • Münchener Verein
  • SIGNAL IDUNA
  • Süddeutsche Krankenversicherung (SDK)

Barmenia und LKH sind 2026 aus der Öffnungsaktion ausgestiegen. Welche Gesellschaft heute teilnimmt, steht jeweils aktuell auf pkv.de in der Broschüre des PKV-Verbands.

Drei Regeln zur Öffnungsaktion, die viele übersehen: Die Frist startet mit der Begründung des Beamtenverhältnisses, nicht mit dem Ausbildungsbeginn. Du hast nur einen Antrag pro Versicherer. Und: die Aufnahme erfolgt nur im Standardtarif oder vergleichbaren Anwärter-Sondertarifen — nicht in jedem Premium-Tarif.

Außerhalb der sechs Monate steht dir die reguläre Aufnahme in die PKV offen — dann allerdings mit voller Gesundheitsprüfung, und Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse können deutlich höher liegen.

Anwartschaftsversicherung: der Reservesitz für unsichere Phasen

Wenn du nicht sicher bist, ob du nach der Ausbildung wirklich verbeamtet wirst — oder wenn du einen Auslandsaufenthalt planst — kannst du eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Sie sichert dir nach § 204 VVG das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu deinem alten Tarif zurückzukehren.

Während der Anwartschaft zahlst du einen reduzierten Beitrag (oft 20-30 € im Monat), ohne aktuelle Leistungen zu erhalten. Sobald du wieder versicherungsberechtigt bist, wird der Vertrag reaktiviert. Vor allem für unsichere Übergänge (Probezeit, Elternzeit, befristete Auslandseinsätze) ist das die deutlich günstigere Variante als ein komplett neuer Vertrag mit neuer Gesundheitsprüfung.

Vorteile des Anwärter-Status

Sofortschutz ab Tag 1

Günstige Einstiegsbeiträge

Erleichterte Aufnahme

Klare Leistungspakete

Frühe Alterungsrückstellung

Optional: BU-Schutz

Vom Anwärter zum Beamten auf Lebenszeit

Dein Beitrag und dein Beihilfesatz ändern sich entlang deiner Laufbahn. So sieht der typische Verlauf aus:

  1. 1. Beamtenanwärter:in (Vorbereitungsdienst)Beihilfe meist 50 %, PKV-Anwärtertarif ohne volle Alterungsrückstellungen. Einstieg über die Öffnungsaktion möglich.
  2. 2. Beamter:in auf ProbeWechsel in den regulären Beamtentarif beim selben Versicherer ohne neue Gesundheitsprüfung. Beihilfe bleibt häufig bei 50 %, der Beitrag steigt moderat.
  3. 3. Beamter:in auf LebenszeitBeihilfe abhängig vom Familienstand: 50 % allein, 70 % mit zwei Kindern. Der PKV-Anteil sinkt entsprechend; mit Tarifoptimierung sind weitere Anpassungen möglich.
  4. 4. PensionBeihilfe steigt im Bund auf 70 %; Tarifumstellung in einen Pensionstarif spart oft Beitrag.

Verbraucherschutz: was du wissen solltest, bevor du unterschreibst

Tipp: nicht den ersten Vertrag unterschreiben

Checkliste für die ersten Wochen

Wichtig: Rückkehr in die GKV ist eingeschränkt

Wenn du dich für die PKV entscheidest, ist der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung im Berufsleben nur unter strengen Voraussetzungen möglich (§ 9 SGB V). Ab dem 55. Lebensjahr ist die Rückkehr de facto ausgeschlossen. Für Beamte mit ungewisser Karriere oder Auslandsplänen ist die Anwartschaftsversicherung deshalb häufig die bessere Vorsicht.

Häufig gestellte Fragen

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Stand: 26. Mai 2026. Tarifkonditionen, Beihilfesätze und Bundesländerregelungen können sich ändern. Verbindlich sind die Angaben deines Versicherers und die jeweilige Beihilfeverordnung.