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Unfallversicherung Leistungen 2026: Was zahlt die private Unfallversicherung?

Invaliditätsleistung, Unfallrente, Bergungskosten und mehr: Hier erfährst du, welche Leistungen wirklich zählen und welche du dir sparen kannst.

meinetarife24 Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
Für Expats & Neuankömmlinge erklärt

Die private Unfallversicherung (PUV) zahlt vor allem eine Einmalsumme, wenn du nach einem Unfall dauerhaft körperlich beeinträchtigt bleibst, die sogenannte Invaliditätsleistung. Je nach Tarif kommen eine Unfallrente, Krankenhaus-Tagegeld, Bergungskosten und eine Sofortleistung bei schweren Verletzungen dazu. Sie greift in der Regel weltweit und rund um die Uhr, auch in der Freizeit, also genau dort, wo die gesetzliche Unfallversicherung dich nicht schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die wichtigste Leistung ist die Invaliditätsleistung, eine Einmalsumme bei dauerhafter Beeinträchtigung nach einem Unfall.
  • Ihre Höhe ergibt sich aus Versicherungssumme, Invaliditätsgrad (Gliedertaxe) und Progression.
  • Versicherungssumme: das 4- bis 6-Fache des Bruttojahreseinkommens (Verbraucherzentrale), mindestens 100.000 Euro (Finanztip).
  • Wichtig sind außerdem Bergungskosten ab 10.000 Euro (Finanztip) und kosmetische Operationen.
  • Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld und Todesfallleistung sind laut Finanztip oft verzichtbar.
  • Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur Arbeit und Arbeitsweg. Rund drei Viertel aller Unfälle passieren aber in Freizeit und Haushalt (BAuA).

Welche Leistungen zahlt die private Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung ist ein Baukasten. Du wählst, welche Leistungen drin sein sollen, und genau das entscheidet über Beitrag und Nutzen. Diese sechs Bausteine triffst du in fast jedem Tarif an. Die Markierung zeigt dir, worauf Verbraucherschützer besonderen Wert legen.

Invaliditätsleistung

Bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung nach einem Unfall

Die zentrale Leistung. Höhe = Versicherungssumme × Invaliditätsgrad × Progression. Frei verwendbar.

eher wichtig

Unfallrente

Meist ab 50 % Invaliditätsgrad

Monatliche Zahlung. Für reinen Einkommensschutz rät Finanztip eher zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

optional

Bergungskosten

Nach Suche, Rettung oder Bergung, etwa in den Bergen

Gute Tarife zahlen mindestens 10.000 Euro (Finanztip). Ein Baustein, auf den du achten solltest.

eher wichtig

Kosmetische Operationen

Bei unfallbedingten Narben oder Entstellungen

Übernimmt Eingriffe, die die Krankenkasse nicht zahlt. Laut Verbraucherzentrale ein sinnvoller Baustein.

eher wichtig

Sofortleistung

Bei klar definierten schweren Verletzungen

Eine feste Einmalsumme, schon bevor der Invaliditätsgrad endgültig feststeht. Höhe je nach Tarif.

optional

Krankenhaustagegeld & Todesfallsumme

Pro Tag im Krankenhaus bzw. bei Tod durch Unfall

Laut Finanztip und Verbraucherzentrale oft verzichtbar, weil andere Versicherungen das besser abdecken.

oft verzichtbar

Die wichtigste Leistung: die Invaliditätsleistung

Die Invaliditätsleistung ist die Leistung, auf die es bei einer Unfallversicherung wirklich ankommt. Sie wird fällig, wenn du nach einem Unfall dauerhaft beeinträchtigt bleibst. Drei Größen bestimmen, wie viel Geld am Ende ankommt:

  • Versicherungssumme (Grundsumme): der Betrag, den du selbst vereinbarst.
  • Invaliditätsgrad: wie stark die Beeinträchtigung ist, festgelegt über die Gliedertaxe (eine Tabelle, die jedem Körperteil einen festen Prozentwert gibt).
  • Progression: ein Faktor, der die Leistung bei schweren Schäden überproportional erhöht.

Zur richtigen Höhe der Grundsumme: Die Verbraucherzentrale empfiehlt das 4- bis 6-Fache deines Bruttojahreseinkommens, abhängig vom Alter (rund das 6-Fache mit 30, das 4-Fache mit 50). Finanztip rät zu mindestens 100.000 Euro. Bei der Progression empfiehlt Finanztip 225 oder 350 Prozent.

Gliedertaxe und Progression im Detail: Welcher Körperteil welchen Prozentsatz bringt und wie du deinen Invaliditätsgrad berechnest, zeigen wir dir mit Rechner im Ratgeber zur Invaliditätsleistung und Gliedertaxe.

Rechenbeispiel: So entsteht deine Auszahlung

Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied der Progression sichtbar. Angenommen, du hast eine Grundsumme von 100.000 Euro vereinbart.

FallOhne ProgressionMit 350 % Progression
Vollinvalidität (100 %)100.000 Euro350.000 Euro
Verlust einer Hand (55 % laut Gliedertaxe)55.000 Eurodeutlich mehr*

* Bei Teilinvalidität greift die Progression gestaffelt. Der genaue Wert steht in der Progressionstabelle deines Tarifs. Gliedertaxe-Wert für die Hand: 55 Prozent nach den Musterbedingungen (GDV). Gute Tarife zahlen für einzelne Körperteile mehr.

Welche Leistungen sind sinnvoll, welche verzichtbar?

Viele Tarife wirken günstig, weil sie an der Invaliditätssumme sparen und stattdessen Zusatzbausteine verkaufen, die wenig bringen. Finanztip und Verbraucherzentrale raten deshalb, genau hinzusehen:

Darauf solltest du achten

  • Eine hohe Invaliditätssumme mit sinnvoller Progression
  • Eine verbesserte Gliedertaxe (zahlt für einzelne Körperteile mehr)
  • Bergungskosten von mindestens 10.000 Euro (Finanztip)
  • Kosten für kosmetische Operationen (Verbraucherzentrale)

Oft verzichtbar

  • Krankenhaustagegeld (besser über eine Krankentagegeldversicherung)
  • Genesungsgeld
  • Todesfallleistung (dafür ist die Risikolebensversicherung da)
  • Beitragsrückgewähr (laut Finanztip mindestens doppelt so teuer)

Was zahlt die Unfallversicherung nicht?

Genauso wichtig wie die Leistungen sind die Grenzen. Diese Fälle sind in den Versicherungsbedingungen üblicherweise ausgeschlossen:

  • Krankheiten und ihre Folgen. Die Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall, also einem plötzlich von außen einwirkenden Ereignis (Definition laut BaFin). Ein Bandscheibenvorfall ohne Unfall zählt nicht.
  • Vorsatz. Wer den Unfall absichtlich herbeiführt, bekommt nichts (§ 81 Versicherungsvertragsgesetz, VVG).
  • Alkohol und Drogen ab den im Tarif festgelegten Grenzen. Bei Autounfällen gilt vor Gericht oft eine absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille.
  • Krieg und innere Unruhen sowie Schäden durch Kernenergie. Diese Ausschlüsse stehen in den Allgemeinen Unfallversicherungs-Bedingungen (AUB).
  • Bestimmte Risikosportarten je nach Tarif. Wenn du klettern oder tauchen gehst, prüf die Bedingungen vorher.

Gesetzliche oder private Unfallversicherung?

Viele Neuankömmlinge denken, sie seien über die Arbeit schon abgesichert. Das stimmt nur zum Teil. Die gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII) zahlt ausschließlich bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Freizeit und Haushalt sind nicht dabei (Finanztip).

Und genau dort passiert das meiste: Nach Daten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ereignen sich rund drei Viertel aller Unfälle in Freizeit und Haushalt (etwa 40 Prozent in der Freizeit, etwa 33 Prozent im Haushalt). Nur etwa ein Viertel entfällt auf Arbeit, Schule und den Weg dorthin. Wer selbstständig ist, einen Haushalt führt oder noch keinen festen Job in Deutschland hat, steht in der gesetzlichen Unfallversicherung oft ganz ohne Schutz da.

Mehr dazu, wer wann gesetzlich abgesichert ist, liest du im Ratgeber zur gesetzlichen Unfallversicherung. Ob sich eine private Police für dich lohnt, klärt der Ratgeber zur Frage, ob eine Unfallversicherung sinnvoll ist.

Wichtige deutsche Begriffe

BegriffWas er bedeutet
InvaliditätsleistungEinmalsumme bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung
GliedertaxeTabelle, die jedem Körperteil einen festen Prozentwert zuordnet
ProgressionFaktor, der die Leistung bei schweren Schäden überproportional erhöht
UnfallrenteMonatliche Zahlung ab einem hohen Invaliditätsgrad
BergungskostenKosten für Suche, Rettung und Bergung nach einem Unfall

Tarife mit guten Leistungen vergleichen

Wenn du so weit bist, schau dir mehrere Tarife in Ruhe an und achte vor allem auf die Invaliditätssumme, die Progression und die Gliedertaxe. Guten Schutz gibt es laut Stiftung Warentest schon ab rund 100 Euro im Jahr, der genaue Beitrag hängt aber von Summe, Alter und Beruf ab. Der Vergleich ist kostenlos und unverbindlich. Für den großen Überblick über Tarife und Anbieter hilft dir der Unfallversicherung-Vergleich, und was guter Schutz kostet, zeigt der Kosten-Ratgeber.

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Häufige Fragen zu den Leistungen

Was zahlt die private Unfallversicherung bei Invalidität?

Sie zahlt eine Einmalsumme, die Invaliditätsleistung. Die Höhe ergibt sich aus der vereinbarten Versicherungssumme, dem Invaliditätsgrad nach der Gliedertaxe und der gewählten Progression. Das Geld kannst du frei verwenden, etwa für den Umbau der Wohnung oder zum Ausgleich von Einkommen, das nach dem Unfall wegfällt.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt das 4- bis 6-Fache deines Bruttojahreseinkommens, je nach Alter (rund das 6-Fache mit 30, das 4-Fache mit 50). Finanztip rät zu einer Grundsumme von mindestens 100.000 Euro. So bleibt auch bei einem schweren Unfall genug für Umbau und Lebenshaltung übrig.

Was ist die Progression bei der Unfallversicherung?

Die Progression erhöht die Leistung bei schweren Verletzungen überproportional. Bei 100 Prozent Invalidität und 350 Prozent Progression bekommst du das 3,5-Fache der Grundsumme statt nur das Einfache. Finanztip empfiehlt eine Progression von 225 oder 350 Prozent. Der genaue Verlauf steht in der Progressionstabelle deines Tarifs.

Zahlt die Unfallversicherung auch bei Krankheit?

Nein. Die private Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall, also einem plötzlich von außen einwirkenden Ereignis (Definition laut BaFin). Krankheiten und ihre Folgen sind ausgeschlossen. Da die meisten dauerhaften Beeinträchtigungen durch Krankheit entstehen, ergänzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung den Schutz sinnvoll.

Ab wann zahlt die Unfallversicherung eine Unfallrente?

Eine monatliche Unfallrente gibt es meist erst ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent (Finanztip, Verbraucherzentrale). Für den reinen Einkommensschutz rät Finanztip eher zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die Unfallrente in der Unfallversicherung oft teuer ist und nur Unfälle abdeckt.

Welche Leistungen sind verzichtbar?

Finanztip und Verbraucherzentrale stufen Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, die Todesfallleistung und die Beitragsrückgewähr oft als überflüssig ein. Wichtig sind dagegen eine ausreichende Invaliditätssumme, Bergungskosten von mindestens 10.000 Euro und kosmetische Operationen. So zahlst du nur für Leistungen, die im Ernstfall wirklich helfen.